Berufliche Eingliederungsmassnahmen der IV

Nico Hirschi

Dipl. Pflegefachmann Psychiatrie HF
DAS mental health der Berner Fachhochschule
CAS eHealth des Institut für Kommunikation und Führung, Luzern

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Was sind Eingliederungsmassnahmen?

Massnahmen zur dauernden und wesentlichen Verbesserung der Erwerbstätigkeit Damit behinderte Personen weiterhin erwerbstätig oder in ihrem bisherigen Arbeitsbereich tätig bleiben können, werden sie von der IV mit verschiedenen Eingliederungsmassnahmen unterstützt. Die Eingliederungsmassnahmen der IV:

1. Medizinische Massnahmen
2. Integrationsmassnahmen
3. Berufliche Massnahmen
4. Hilfsmittel
5. Taggelder und Reisekostenvergütung als zusätzliche Leistungen

1. Medizinische Massnahmen

Keine Heilbehandlungen bei erworbenen Leiden. Die IV unterscheidet bei den medizinischen Massnahmen zwischen angeborenen Leiden und solchen, die eine Folge von Krankheit oder Unfall sind. Die IV übernimmt alle zur Behandlung der anerkannten Geburtsgebrechen notwendigen medizinischen Massnahmen. Zudem übernimmt sie einige wenige Behandlungen von erworbenen Leiden. Diese medizinischen Massnahmen können von der IV jedoch nur bis zum Erreichen des 20. Altersjahres erbracht werden. Die IV kennt keine Selbstbehalte
Anders als die Krankenkassen übernimmt die IV die vollen Kosten ohne Selbstbehalte oder Franchisen.

2. Integrationsmassnahmen

Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung. Durch sozialberufliche Rehabilitation und Beschäftigungsmassnahmen sollen insbesondere bei psychisch behinderten Versicherten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass berufliche Massnahmen im Hinblick auf eine Eingliederung in die freie Wirtschaft ermöglicht werden. Eine versicherte Person hat Anspruch auf Integrationsmassnahmen höchstens einmal während eines Jahres.

3. Berufliche Massnahmen

Berufsberatung, Arbeitsvermittlung und Beiträge an Ausbildungen. Die berufliche Eingliederung behinderter Personen ist ein zentrales Ziel der IV. Deshalb erbringt sie auf diesem Gebiet umfangreiche Leistungen: Fachleute der IV-Stellen bieten selbst Dienstleistungen in der Berufsberatung und in der Arbeitsvermittlung an; ausserdem übernimmt die IV Kosten für die berufliche Ausbildung oder Umschulung.  Bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung übernimmt die IV die Kosten, welche Versicherten aufgrund ihrer Invalidität zusätzlich entstehen. Zur erstmaligen beruflichen Ausbildung zählen: die Berufs- oder Anlehre, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule, eine Ausbildung für Tätigkeiten im Haushalt und die Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte.  Die IV übernimmt die Kosten für die Umschulung, wenn Versicherte wegen eines bleibenden Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr oder nur noch unter erschwerten Umständen ausführen können. Dazu gehören auch Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Reise. Ist beispielsweise ein gelernter Maurer nach einem Sturz nicht mehr in der Lage, seinen Beruf auszuüben, kann eine Umschulung zum Hochbauzeichner sinnvoll sein. Die IV übernimmt dafür die Kosten. Weil der Maurer in dieser Zeit nur einen Lehrlingslohn erhält, richtet die IV ihm während der Umschulung zusätzlich ein Taggeld aus. Nach der Ausbildung hilft ihm die IV, wenn nötig, bei der Arbeitsvermittlung. Dabei besteht die Möglichkeit, dem Arbeitgebenden während längstens einem halben Jahr einen Einarbeitungszuschuss zu gewähren. Zudem kann die Versicherung eine Entschädigung ausrichten, wenn eine vermittelte Person während eines Jahres mehr als 15 Tage krankheitsbedingt fehlt.  Unter Umständen gewährt die IV auch Kredite in Form von Kapitalhilfen, wenn behinderte Personen sich selbstständig machen möchten oder wenn betriebliche Umstellungen aufgrund der Invalidität nötig werden.

4. Hilfsmittel

Für Beruf und Alltag. Behinderte Versicherte haben einerseits Anspruch auf Hilfsmittel, die sie benötigen, um weiter erwerbstätig oder in ihrem angestammten Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig bleiben zu können. Anderseits haben sie auch Anspruch auf Hilfsmittel, die sie brauchen, um ihren privaten Alltag möglichst selbstständig und unabhängig zu bewältigen.

5. Zusätzliche Leistungen

Taggelder und Reisekosten. Taggelder und Reisekosten ergänzen die Eingliederungsmassnahmen. Taggelder sollen den Lebensunterhalt der Versicherten und ihrer Familie während der Eingliederung sicherstellen. Die IV zahlt auch Taggelder während Wartezeiten, bevor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden. Anspruch auf Taggelder haben Versicherte erst, wenn sie das 18. Altersjahr vollendet haben.  Wenn trotz Taggeld das Einkommen nicht ausreicht, besteht ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen, vorausgesetzt, das Taggeld wird während mindestens sechs Monaten ausbezahlt. Wenn für die Eingliederungsmassnahmen Fahrten notwendig sind, übernimmt die IV in der Regel die Kosten für den Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln.


Quelle:
http://www.ahv-iv.info/iv/index.html?lang=de, Webseite der Schweizerischen Invalidenversicherung

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