Was tun bei Nebenwirkungen?

Nico Hirschi

Dipl. Pflegefachmann Psychiatrie HF
DAS mental health der Berner Fachhochschule
CAS eHealth des Institut für Kommunikation und Führung, Luzern

Letzte Artikel von Nico Hirschi (Alle anzeigen)

Allgemeines

1 2 3

Nebenwirkungen gehören zu den unerfreulichen Begleiterscheinungen bei Menschen, die auf Medikamente angewiesen sind. In der Regel ist es jedoch möglich, Medikamente oder Medikamentenkombinationen zu finden, die ein erträgliches Ausmass an Nebenwirkungen verursachen oder Nebenwirkungen haben, mit denen besser umgegangen werden kann.  In jedem Fall lohnt sich ein offenes Gespräch mit dem Therapeuten. Wichtig: nur wenn der Therapeut informiert wird, dass Betroffene mit der Medikation oder ihren Nebenwirkungen unzufrieden sind, kann über konkrete Massnahmen diskutiert und eine befriedigende Lösung gesucht und gefunden werden.

Konkrete Massnahmen gegen die häufigsten Nebenwirkungen

  • Motorische Störungen ( Muskelkrämpfe, Trippeln, Unruhe in den Beinen, Gehstörungen, Zittern, allgemeine Unruhe etc.)Akineton (Medikament zur Reduktion motorischer Nebenwirkungen) Dosisreduktion
    Umstellung auf ein anderes antipsychotisches Medikament
  • Mundtrockenheit
    viel Trinken
    Kaugummi kauen
    zuckerfreie Bonbons lutschen (Vorsicht: abführend!)
    Salvia Tropfen (Salbei; Drogerie / Apotheke)
  • Gewichtszunahme
    körperliche Aktivität
    angepasste Ernährung
    Ernährungsberatung, Diät
  • Verdauungsstörungen (speziell Verstopfung)
    körperliche Aktivität
    genügend Flüssigkeit (1½ l – 2l)
    ballaststoffreiche Ernährung
    Abführmittel
  • tiefer Blutdruck / Schwindel
    körperliche Aktivität
    kreislaufstabilisierendes Mittel
  • Depressivität
    Dosisreduktion
    Umstellung auf ein anderes antipsychotisches Medikament
    Antidepressivum
  • Störungen der sexuellen Funktion
    Symfona forte (pflanzliches Präparat; soll vor allem bei Erektionsstörungen unterstützend wirken)
    Dosisreduktion
    Umstellung auf ein anderes antipsychotisches Medikament
  • Müdigkeit
    Abwarten (Müdigkeit ist oft eine Nebenwirkung, welche mit der Zeit abnimmt) Dosisreduktion
    Umstellung auf ein anderes antipsychotisches Medikament

Quellen:

  1. Bäuml, Josef; Pitschel-Walz, Gabi; Bechdolf, Andreas; Bergmann, Frank; Buchkremer, Gerhard (Hg.) (2008): Psychoedukation bei schizophrenen Erkrankungen. Konsensuspapier der Arbeitsgruppe „Psychoedukation bei schizophrenen Erkrankungen“ ; [+ CD-ROM mit Arbeitsmaterialien] ; 64 Tabellen. Arbeitsgruppe Psychoedukation bei Schizophrenen Erkrankungen. 2., erw. und aktualisierte Aufl. Stuttgart: Schattauer. Online verfügbar unter http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?id=2998204&prov=M&dok_var=1&dok_ext=htm.
  2. Schizoprenia.com. Online verfügbar unter http://www.schizophrenia.com.
  3. Knuf, Andreas; Seibert, Ulrich; Aderhold, Volkmar (2006): Selbstbefähigung fördern – Empowerment und psychiatrische Arbeit. 4. Aufl. Bonn: Psychiatrie-Verl. Online verfügbar unter http://www.socialnet.de/rezensionen/isbn.php?isbn=978-3-88414-253-0.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.