Bewältigungsstrategien konkret

Nico Hirschi

Dipl. Pflegefachmann Psychiatrie HF
DAS mental health der Berner Fachhochschule
CAS eHealth des Institut für Kommunikation und Führung, Luzern

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Bewältigungsstrategien (allgemein)

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(siehe auch Kapitel Was kann ich selber tun?)

  • Kontaktaufnahme mit einer Vertrauensperson
  • Aufsuchen einer professionellen Helferperson
  • um Unterstützung bitten
  • Vermeidung emotional belastender Situationen und Kontakte
  • dosierter Rückzug
  • regelmässige Medikamenteneinnahme
  • Erhöhung der Dosierung
  • vorübergehende Reduktion wahrzunehmender Aufgaben
  • vorübergehende Reduktion von Aktivitäten
  • Aufgaben und Anforderungen überschaubar halten und planen
  • Genaue Tagesstrukturierung mit schriftlichem Zeitplan
  • langsames Arbeiten
  • vermeiden von Zeitdruck
  • mehr Pausen einlegen
  • aktive Problemlösungsversuche, ev. mit Hilfe
  • Selbstbehauptung: durch offensives Verhalten gegenüber der Umwelt; Verständnis für die vorübergehend verminderte Belastbarkeit einholen
  • Nein sagen
  • die eigene verminderte Leistungsfähigkeit akzeptieren
  • am Ende des Tages einen Punkt machen – Unerledigtes muss bis zum nächsten Tag warten
  • „nichtstun“ – auf dem Sofa liegen, in die Wolken schauen etc.
  • akzeptieren, dass sich nicht jede Situation kontrollieren lässt
  • genügend schlafen
  • gesund essen
  • vermehrte Bewegung zur Stimmungssteigerung – Spaziergang, Fitness, Schwimmen etc.
  • Erfolge oder Enttäuschungen mit Angehörigen oder Freunden besprechen
  • lachen fördert den Stressabbau
  • usw.

Bewältigungsstrategien (spezifisch)

Bei Stress

  • mit anderen sprechen
  • bei Bekannten, Angehörigen und/oder Professionellen Hilfe suchen
  • „Nein“ sagen
  • Wechsel von Aktivitäten
  • einer vertrauten Tätigkeit nachgehen
  • Musik machen, singen
  • das Leben als Prozess auffassen, in dem sich die Dinge verändern können.
  • sich gut informieren
  • gut unterscheiden zwischen körperlichen und psychischen Ursachen für unangenehme Gefühle.

Bei Müdigkeit

  • früh zu Bett gehen
  • mehr körperliche Bewegung: z.B. Spaziergang
  • Kaffee (tagsüber), jedoch nicht zuviel
  • frische Luft
  • tanzen
  • 1 Zigarette
  • sich erlauben, müde zu sein
  • Blutzuckerspiegel erhöhen: etwas essen

Bei innerer Unruhe

  • baden (Badewanne, Solbad, Sauna)
  • Musik hören oder machen
  • Medikamente einnehmen
  • Briefe schreiben
  • Geduld haben
  • Tempo drosseln
  • Aufregung vermeiden
  • Rummel vermeiden
  • sich dosiert zurückziehen
  • sich entspannen
  • meditieren
  • sich bewegen, Sport treiben
  • telefonieren
  • Freunde treffen
  • etwas Konkretes tun

Wenn man Stimmen hört

  • Radio, Walkman hören
  • Melodie summen
  • mit den Stimmen diskutieren (nicht in der Öffentlichkeit).
  • den Stimmen sagen: „STOP!“
  • sich ablenken

Wenn man niedergeschlagen ist

  • eine(n) Freund(in) besuchen
  • Bewegung, Sport
  • Musik hören
  • an etwas Positives denken
  • ein Buch lesen
  • etwas Praktisches tun
  • in die Stadt, ins Kino gehen
  • Auto fahren
  • in ein Stammlokal gehen
  • kochen, etwas Gutes essen
  • telefonieren
  • malen, singen
  • Gedanken niederschreiben (Tagebuch)

Wenn man ins Grübeln kommt

  • sich ablenken (lesen, Radio hören, TV)
  • falls man im Bett liegt: aufstehen
  • zu einem frühen Zeitpunkt Gedanken stoppen
  • mit jemandem sprechen
  • eigene negative Gefühle „durchstreichen“
  • über sich selbst lachen
  • Gedanken schriftlich formulieren
  • sich an das Gute in der Gegenwart und in der Vergangenheit erinnern.
  • sich in der Zukunft positive Ziele setzen.

Ungeeignete Bewältigungsmassnahmen

  • Alkohol- und/oder Drogenkonsum (inkl. erhöhtem Zigarettenkonsum)
  • lang dauernde Abschottung von der Umwelt
  • Abbruch von Kontakten
  • Bewusste Anstrengungen, die Probleme / Krise über längere Zeit vor Bezugspersonen zu verdecken.
  • Massnahmen, die zusätzliche psychische Energie erfordern
  • Kontrolle der eigenen Denkabläufe (z.B. Kontrollzwänge, Zwangsgedanken etc.)
  • „Ablenkung“ durch Aufsuchen intensiver Reizsituationen (Disco, Fussballmatch, usw.)

Quellen:

  1. Bäuml, Josef; Pitschel-Walz, Gabi; Bechdolf, Andreas; Bergmann, Frank; Buchkremer, Gerhard (Hg.) (2008): Psychoedukation bei schizophrenen Erkrankungen. Konsensuspapier der Arbeitsgruppe „Psychoedukation bei schizophrenen Erkrankungen“ ; [+ CD-ROM mit Arbeitsmaterialien] ; 64 Tabellen. Arbeitsgruppe Psychoedukation bei Schizophrenen Erkrankungen. 2., erw. und aktualisierte Aufl. Stuttgart: Schattauer. Online verfügbar unter http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?id=2998204&prov=M&dok_var=1&dok_ext=htm.
  2. Knuf, Andreas; Seibert, Ulrich; Aderhold, Volkmar (2006): Selbstbefähigung fördern – Empowerment und psychiatrische Arbeit. 4. Aufl. Bonn: Psychiatrie-Verl. Online verfügbar unter http://www.socialnet.de/rezensionen/isbn.php?isbn=978-3-88414-253-0.
  3. Schizoprenia.com. Online verfügbar unter http://www.schizophrenia.com.
  4. Rhetorik.ch: Knill+Knill Kommunikationsberatung. Stress und Entspannung. Online verfügbar unter http://www.rhetorik.ch/stress/stress.html.

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