Was kann ich selber tun?
Erstellen einer persönlichen Notfallliste
Betroffene versuchen sich an die letzte Krise zu erinnern und was ihnen
damals geholfen oder geschadet hat. Aufgrund dieser Erfahrungen wird eine
Liste der Massnahmen zusammengestellt, die im Krisenfall durchgeführt
werden können. Ev. kann eine ähnliche Liste auch für Angehörige
oder Freunde zusammengestellt werden.
Hier ein Beispiel, wie sie aussehen könnte:
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ich mache mir eine Tasse Tee / Kakao.
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ich rufe Richard an, Tel. 000 000 00 00 und bitte ihn, vorbeizukommen.
Wenn er nicht da ist, rufe ich Martina, Tel. 000 000 00 00 oder Andrea,
Tel. 000 000 00 00, an.
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ich gehe nicht nach draussen.
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ich rufe meine Eltern nicht an.
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ich nehme ein Bad.
Rückzug
Hilfreich bei einer beginnenden Krise kann ein (dosierter) Rückzug
sein. So ist ein mindestens kurzfristiger Stressabbau möglich und
es kann Kraft geschöpft werden, um Probleme konstruktiv anzugehen.
Wichtig: Melden Sie sich bei einer Vertrauensperson ab und machen Sie
mit dieser ab, wann Sie wieder mit ihr Kontakt aufnehmen und was diese
Person tun soll, wenn Sie sich nicht melden. Die Verbindlichkeit dieser
Abmachung kann hilfreich sein.
Dem Körper Gutes tun
Es kann sinnvoll sein, sich in der beginnenden Krise wieder an die Balance
zwischen Bewegung und Entspannung zu erinnern. Es sollten jedoch nur Aktivitäten
gewählt werden, von denen man weiss, dass sie einem in dieser Situation
gut tun.
Bewegung: z.B. spazieren gehen, Yoga, schwimmen, tanzen, Rad fahren usw.
Entspannung: z.B. baden, Musik hören, schreiben, schlafen, Entspannungsübungen
usw.
„Eiserne Reserve“ nehmen
Mit dem Therapeuten kann besprochen werden, dass Betroffene eine sogenannte
„eiserne Reserve“ an Medikamenten mit nach Hause bekommen,
welche sie im Krisenfall in Eigenregie einnehmen können. Diese Reserve
ist von Fall zu Fall verschieden. Es ist deshalb wichtig, nur die mit
dem Therapeuten besprochenen Medikamente und diese nur in der vereinbarten
Dosis einzunehmen. Abweichungen, z.B. Einnahme von Medikamenten eines
Kollegen, können sehr gefährlich sein!
Eigene Selbsthilfestrategien
In der Regel gibt es bei jedem Betroffenen viele individuelle Strategien,
welche helfen können, Krisen aufzufangen oder zu verkürzen.
Es lohnt sich, mit Vertrauenspersonen oder Therapeuten unter den vielfältigen
Selbsthilfemöglichkeiten die geeigneten und bewährten herauszufinden
und einen individuellen Krisenplan
zu erstellen, damit im Notfall der Betroffene, sein Umfeld und seine Therapeuten
wissen, was zu tun ist.
Quellen:
Bäuml, Pitschel-Walz, Psychoedukation bei schizophrenen
Erkrankungen, Schattauer, Stuttgart, 2003
www.schizophrenia.com,
Information, Support, Education (englisch)
www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de
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